Online Musterbriefe: FAQs zu Konsumentenschutz-Themen

Auf dieser Seite finden Sie detaillierte Information und Antworten auf häufig gestellte Fragen zu unserem neuen Musterbriefe-Service. Zudem informieren wir Sie über Themen wie Konsumentenschutz, Gewährleistung oder wie lange Sie Zeit für eine Reklamation haben. Wir hoffen, damit Ihre offenen Fragen zu beantworten. Sollten wir das einmal nicht schaffen und Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne an die Experten und Expertinnen des VKI.


Mit dem OnlineFordern Service des VKI ist es ganz einfach, eine Beschwerde richtig zu schreiben. Egal ob Sie den Verlust Ihres Reisegepäcks melden, einen Widerspruch gegen eine automatische Vertragsverlängerung geltend machen, oder ein sonstiges Anliegen kommunizieren wollen – mit unseren Musterbriefen steht Ihnen ein Werkzeug für vielfältige Situationen zur Verfügung. Sparen Sie sich Recherche, Zeit und Aufwand, um Ihren Brief selbst zu verfassen. Außerdem müssen Sie sich keine Gedanken machen, ob Sie Ihren Beschwerdebrief richtig geschrieben haben, denn unsere Vorlagen beachten die wichtigsten Formalitäten und sind rechtlich geprüft.
Bei OnlineFordern.at handelt es sich um ein kostenloses Angebot des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). Es ergänzt die bestehenden Musterbriefe des VKI, die Sie wie bisher schon im Word-Format von Europakonsument.at herunterladen und ausfüllen konnten. Mit diesem neuen Service für Musterbriefe können Sie Ihr Schreiben schnell und bequem online ausfüllen, unterzeichnen und direkt absenden. So sparen Sie sich Zeit und Aufwand. Außerdem können Sie dank unserem Service sicherstellen, dass Sie Ihr Anliegen oder Ihren Beschwerdebrief richtig geschrieben und keine Details vergessen haben.
Mit OnlineFordern.at können Sie ein individuelles Schreiben, wie etwa einen Beschwerdebrief, an ein Unternehmen erstellen. Wenn Sie einen Beschwerdebrief oder eine Forderung richtig schreiben wollen, sollte Ihre Unterschrift nicht fehlen. Diese Formalität garantiert die Echtheit und Authentizität des Dokuments. Sie können mit unserem Service online unterschreiben – mit der Computermaus oder mit einem Stift oder Finger direkt am Bildschirm. Wenn Sie das bevorzugen, können Sie auch auf Papier unterschreiben und dann die gescannte Unterschrift hochladen. Danach können Sie Ihr Schreiben direkt per E-Mail absenden; Ihre E-Mail-Adresse ist durch Ihre Registrierung bei unserem Service hinterlegt. Nach dem Versand der E-Mail können Sie Ihr Schreiben auch als PDF-Datei herunterladen und, falls Sie das wünschen, zusätzlich selbst abschicken, z.B. per Post oder Fax.

Je nachdem. Das österreichische Recht sieht grundsätzlich Formfreiheit für Rechtsgeschäfte vor, so dass Verträge theoretisch auch mündlich wirksam zustande kommen können. Das heißt, dass auch Erklärungen von Ihnen, wenn sie reklamieren oder den Vertrag beenden wollen, eben keine besondere Form brauchen.

Manchmal gibt es aber doch Formvorschriften für Rechtsgeschäfte, etwa in den folgenden Fällen:

  • Es gibt gesetzliche Formvorschriften für bestimmte Situationen wie Bürgschaftserklärungen oder Schenkungen. Das sind aber in der Regel Sonderfälle, die auf dieser Webseite nicht behandelt werden.
  • Dann gibt es die sogenannte gewillkürte d.h. vereinbarte Formvorschrift: Die Vertragspartner können vereinbaren, dass Erklärungen eine gewisse rechtliche Form erfüllen müssen, wie zum Beispiel die Schriftlichkeit. Das bedeutet, dass Sie sie eigenhändig auf Papier, gescannt oder mit einerqualifizierten elektronischen Signatur unterschreiben müssen und nicht einfach eine E-Mail versenden können.
    • In Unternehmens-AGB findet man oft die Regelung, dass Konsumentinnen oder Konsumenten Erklärungen schriftlich abgeben müssen. Das ist meistens zulässig, es sei denn, der Gesetzgeber hat wie beim Rücktrittsrecht nach FAGG ausdrücklich die Formfreiheit geregelt. Ihren Rücktritt vom Online-Kaufvertrag dürfen sie daher formlos, zum Beispiel per E-Mail, erklären.
Nein, Sie können auch online rechtswirksam unterschreiben. Das Signatur- und Vertrauensdienstgesetz (SVG) regelt, dass qualifizierte elektronische Signaturen einer eigenhändigen Unterschrift gleichzuhalten sind. Sie haben die Möglichkeit, mit der staatlichen App Digitales Amt Ihre PDF-Dokumente auch qualifiziert elektronisch zu unterzeichnen und zu versenden. Nähere Informationen und Details zur Anwendung finden Sie in den FAQs der App Digitales Amt.

Indem Sie sich registrieren, haben Sie einen Überblick über Ihre Forderungsschreiben und können rasch weitere Briefe erstellen. Sollte das Unternehmen nicht fristgerecht reagieren, können Sie Ihr Schreiben noch einmal versenden. Außerdem haben Sie in Ihrem Konto alle Dokumente auf einen Blick zur Verfügung, sollten doch einmal weitere rechtliche Schritte notwendig sein.

Wenn Sie sich nicht registrieren wollen, können Sie wie gewohnt die VKI-Musterbriefe im Word-Format verwenden. Falls Sie sich schon registriert haben und unseren Service nicht mehr nutzen wollen, können Sie natürlich jederzeit im Rahmen der DSGVO die Löschung Ihrer Daten beantragen.

Nein, Sie müssen dafür nichts zahlen. Es handelt sich um einen kostenlosen Service, dessen Entwicklung die Europäische Kommission finanziert hat.
Als registrierte Nutzerin oder registrierter Nutzer von OnlineFordern.at haben Sie jederzeit den Überblick über Ihre erstellten Forderungsschreiben. Wir empfehlen, dass Sie sich den Erhalt Ihres Schreibens vom Unternehmen bestätigen lassen. Sollte das Unternehmen nicht reagieren, können Sie Ihren Musterbrief noch einmal versenden. Sollten Sie auch dann noch keine Antwort auf Ihr Schreiben erhalten, melden Sie sich bei der VKI-Beratung. Alternativ können Sie auch eine Schlichtungsstelle, zum Beispiel die Verbraucherschlichtung, kontaktieren.
Schlichtungsstellen sind neutrale Vermittler zwischen Konsumentinnen und Konsumenten auf der einen Seite, und Unternehmen auf der anderen. Schlichtungsstellen unterstützen Sie dabei, außergerichtliche Lösungen für Konflikte und Probleme zu finden. Die Voraussetzung dafür ist, dass Sie sich zunächst selbst an das Unternehmen gewandt haben. Im Gegensatz zu Verbraucherorganisationen, welche auf Konsumenten-Seite stehen, sind Schlichtungsstellen neutral und versuchen, Kompromisslösungen zu finden. Wenn es um geringfügige Forderungen geht, wenn der Fall rechtlich weniger gute Aussichten hat, oder wenn eine gerichtliche Durchsetzung unwahrscheinlich ist, macht es Sinn, eine Verbraucherschlichtungsstelle zu kontaktieren.
Mit unserem Chatbot können Sie direkt auf dieser Webseite prüfen, ob ein Rücktritt von einem Online Kauf möglich ist. Zudem informieren wir Sie ausführlich zum Thema Rücktrittsrecht bei Online-Käufenund Sie erfahren, wann und wie Sie von einem im Internet geschlossenen Kaufvertrag zurücktreten können.

Konsumenten und Konsumentinnen müssen innerhalb einer bestimmten Frist Ihre Rechte geltend machen. Es gibt Unterschiede, wie lange Sie bestimmte Reklamationen machen dürfen. Das bedeutet, dass Sie innerhalb des jeweiligen Zeitraums Klage erheben müssen, um die Frist zu wahren.

  • Bei beweglichen Sachen sowie bei Dienstleistungen an beweglichen Sachen beträgt die Frist für eine Reklamation 2 Jahre ab Übergabe bzw. ab Fertigstellung.
  • Bei unbeweglichen Sachen sowie bei Dienstleistungen an unbeweglichen Sachen können Sie 3 Jahre ab Übergabe bzw. ab Fertigstellung reklamieren.
  • Bei Gebrauchtwaren ist eine Einschränkung der Reklamationsfrist auf 1 Jahr möglich, allerdings nur dann, wenn dies vertraglich ausgehandelt wurde.

Die Gewährleistung ist der gesetzlich geregelte Anspruch des Käufers gegenüber dem Verkäufer auf Lieferung einwandfreier Ware: Wenn Sie etwas kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch nehmen, muss die Ware mangelfrei sein bzw. die Dienstleistung ordnungsgemäß erbracht werden. Ist dies nicht der Fall, müssen Ihr Vertragspartner oder Ihre Vertragspartnerin, auch Übergeberin oder Übergeber genannt, dafür einstehen – Sie müssen also Gewähr leisten. Ihr Gewährleistungsanspruch kann nicht ausgeschlossen oder beschränkt werden.

Die Gewährleistung gilt auch, wenn der Übergeber oder die Übergeberin den Mangel weder verschuldet noch verursacht haben. Bei der Gewährleistung haftet die Übergeberin oder der Übergeber für Mängel, welche bereits zum Zeitpunkt der Übergabe oder Lieferung vorliegen. Das gilt auch dann, wenn sich dieser Mangel erst später zeigt. Allerdings wird nur für die Sache selbst gehaftet und nicht für Folgeschäden. Weiterführende Informationen zum Thema Gewährleistung finden Sie in der Broschüre des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.

Die Gewährleistung ist ein gesetzlich geregelter Anspruch. Die Garantie hingegen ist eine freiwillige Leistung eines Unternehmens. Die Garantie kann eine Gewährleistung niemals verringern oder gar ersetzten.
Wenn eine Unternehmerin oder ein Unternehmer einer Nicht-Unternehmerin oder einem Nicht-Unternehmer, auch Verbraucherin oder Verbraucher genannt, gegenübersteht und mit dieser oder diesem einen Vertrag abschließt, ist das Konsumentenschutzgesetz anzuwenden. Bei solchen Rechtsgeschäften, den sogenannten Verbrauchergeschäften, genießt die Verbraucherin oder der Verbraucher besonderen Schutz gegenüber der Unternehmerin oder dem Unternehmer. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) informiert Sie gerne umfassend zu diesem Thema.